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Fronleichnam

Pferde ziehen Kanonen
Beschreibung
Das Fronleichnamsfest, hier Herrgottstag genannt, wird zur Verehrung des Heiligen Altarsakramentes gefeiert. Dieses Fest galt in katholischen Gegenden als höchstes Fest des Sommers und wurde entsprechend gefeiert. Bis in die 60-iger Jahre zog nach dem feierlichen Gottesdienst eine Prozession, angeführt von Kreuz und Fahnen, durch das ganze Städtchen. Die Fenster der Häuser wurden geschmückt. Meist stellte man auf ein weisses, besticktes Tuch Heiligenfiguren, Kreuze, Kerzen, Heiligenbilder oder eine Kombination davon. Blumen und Buchenlaub vervollständigten das Arrangement. Auch Hauseingänge wurden in gleicher Art dekoriert. Die Prozessionsteilnehmer stellten sich in zwei Kolonnen auf, auf jeder Strassenseite eine, zuvorderst die Schüler mit ihren Lehrern. Später formierte man zwei Zweierkolonnen, weil der Zug zu lange geworden war. Es folgten die Kongregationen der Jungfrauen und Jünglinge, Musik und Kirchenchor, dann die Priester und Messdiener, junge Frauen oder Mädchen in weissen Gewändern. Unter dem Baldachin schritt der Pfarrer mit der Monstranz. Die Kirchenräte in schwarzen Mänteln und eine Kerze tragend begleiteten das Allerheiligste. Für sie stand bei den Altären eine besondere Kniebank bereit. Den Schluss der Prozession bildeten die Frauen und Männer. Unablässig wurde gebetet. Auf dem Prozessionsweg waren vier Altäre aufgerichtet. Der erste Altar stand bei der Stadtmühle und musste von dieser erstellt werden. Der zweite war beim Schulhaus, errichtet durch die Gemeinde, der dritte bei der Wirtschaft Krone, durch diese hergerichtet. Die Ochsenwirtschaft hatte seit jeher die Auflage, den Altar bei der Kirche bereitzustellen. Bei den Altären wurde aus den Evangelien Texte über die Einsetzung des Altarsakramentes vorgelesen. Das Volk sang ein Lied auf Deutsch, der Kirchenchor mit Musikbegleitung das "Tantum ergo". Dann folgte der Segen mit einem Tosch der Musik, der das Zeichen für das Abfeuern von Böllerschüssen gab.  Die Pozession war seit 1929 von Militär begleitet. In diesem Jahr war die Zahl der Uniformierten sehr hoch, was als besonderes Zeichen der Reputation gewertet wurde. Soldaten marschierten bis 1984 an der Prozession mit. Seit 1985 wurden sie durch acht, anstatt der bisher vier Grenadiere abgelöst, seit 1989 durch einen Offizier angeführt. 2000 wurde der Bestand auf zehn Grenadiere erweitert.  Das Böllerschiessen ist in den Stadtrechnungen seit 1631 zu fassen. Das Museum besitzt Mörser, die möglicherweise zum herrgottstäglichen Schiessen verwendet wurden. Seit 1929 feuern die Kanoniere der Corporis-Christi-Bruderschaft auf ihren zwei Kanonen die Böllerschüsse ab.
Programm_Fronleichnam_2018.pdf (pdf, 12.3 kB)

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