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Auffahrtsumritt

Pferde
Beschreibung
Umrittprozessionen mit dem Allerheiligsten haben sich im Kanton Luzern erhalten, und zwar in Beromünster, Grosswangen, Hitzkirch, Altishofen, Ettiswil und Sempach. Der Sempacher Umritt dürfte im heutigen religiösen Sinne kurz nach 1510 entstanden sein. 1589 wird er von Jakob Widmer, Chorherr in Beromünster, 1585 bis 1590 Leutpriester in Sempach, direkt erwähnt und beschrieben. Der Kirchmeier hatte dem Pfarrherrn ein gesatteltes Pferd zu stellen. Man brach um 5 Uhr auf und zog um die Grenze der Pfarrei. Der Weg von damals weicht nur unwesentlich von der heutigen Umrittsroute ab: Sempach - Kirchbühl - Horlachen - Schopfen - Hildlisrieden - St. Anna - Holzmatt - Mettenwil - über die Allmend (heute Adelwil) - Seesatz - Sempach. Am Schluss formiert sich der Zug vor der Stadt neu und die Berittenen zogen paarweise, die eine Hälfte vor, die andere hinter dem Priester, in die Stadt ein. Es durfte sich dem Priesert niemand mehr als fünf bis sechs Schritte nähern. Der Einzug erfolgte unter Singen eines Liedes zu Ehren der Mutter Gottes bis die Stadtkirche erreicht war.

Auf dem Weg wurde gebetet, bei den Feldkreuzen der Segen gegeben, in Kichbühl und Hildisrieden die Messe gelesen, auf dem Weg aus den Evangelien gesungen und die Allerheilige Litanei gebetet.

Begleitet war der Umritt im 19. Jh. von Husaren, die sich als Ordner betätigten. Diese Funktion haben heute die Dragoner. Die Husaren zeigten damals durch Pistolenschüsse an, dass bei den einzelnen Feldkreuzen der Segen erteilt wurde. Heute übernimmt die berittene Blasmusik diese Aufgabe. Musikanten waren schon früher dabei, sicher schon 1806. Kirchenrechnungen der 80-iger Jahre weisen für die Auffahrt Auslagen für Herren und Diener, für Messen in Hildisrieden, für das Läuten und möglicherweise auch für Sänger aus.

Über die zahlenmässige Beteiligung an diesen Umritten erfahren wir erst im 19. Jh. etwas. Es ritten um die 250 Personen mit, dazu viel Fussvolk. 1848 zählte man gar 302 Pferde, in den Dreissigerjahren des 20 Jh. werden jeweils um die 200 Tiere gezählt. In der neuern Zeit sank die Beteiligung sehr stark ab, um sich in allerneuester Zeit wieder etwas zu erholen (an die hundert Pferde).

Bis in die 60-iger Jahre wurde nach Ende des Umritts in der Pfarrkirche eine Figur, die den auferstandenen Christus darstellte, vom Altar, der sich unter dem Chorbogen befand, in den Kirchenestrich aufgezogen. Dies geschah vor allem zur Freude der Kinder.

Heute gehen die Teilnehmer zu Fuss oder zu Pferd um 6 Uhr in der Frühe weg, nachdem die berittene Musik durch das Städtchen und einzelne Quartiere gezogen ist. Messe in Kirchbühl, darauf Abritt nach Hildisrieden mit Festgottesdienst. Um die Mittagszeit Pferdesegnung, Wegzug und Ritt über Adelwil nach Sempach. Hier wird der Segen nochmals erteilt und anschliessend ein Platzkonzert gegeben.
Tagesprogramm_2018.pdf (pdf, 104.2 kB)

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